Aufreger-Posts erkennen – und richtig darauf reagieren
Manche Beiträge auf Facebook und LinkedIn sind nicht unglücklich formuliert, sondern genau so gebaut, dass du dich aufregst. Das ist keine Verschwörung, sondern schlichte Rechnung: Wut wird geteilt, Zustimmung nicht.
Kurz beantwortet: Woran erkenne ich so einen Beitrag?
An drei Dingen zusammen. Es empört auf Anhieb – der Beitrag lässt keinen Raum für ein Achselzucken. Es gibt ein klares Böses, meist eine Person oder Gruppe, der die Schuld zugewiesen wird. Und ein Beweisfoto, das man nicht nachprüfen kann: ein Bildschirmfoto, eine geschwärzte E-Mail, ein Ausschnitt ohne Zusammenhang. Wenn dazu die Kommentare bereits explodieren, ist die Sache klar.
Wer auf Facebook oder LinkedIn unterwegs ist, wird früher oder später immer mit einer besonderen Form eines Posts konfrontiert werden: Dem sogenannten Aufreger-Post. In diesem Artikel möchte ich auf diese Posts eingehen und erklären warum diese so gut funktionieren und was der Autor bzw. die Autorin damit eigentlich bezwecken möchte. Ich würde dir empfehlen den Artikel vollständig zu lesen, dann du erfährst zudem wie man einen Aufreger-Post erstellt und wie man diesen erkennt. Mit diesem Wissen, kannst du zukünftig entscheiden, ob und wie du auf solche Posts reagierst.
Also sei gespannt.
Was ist ein Aufreger-Post?
Soziale Medien sind ein wichtiges Werkzeug um Aufmerksamkeit zu generieren, Follower aufzubauen und demzufolge die eigene Reichweite zu erhöhen. Je mehr Reichweite du besitzt, desto leichter und einfacher kannst du deine Kunden erreichen. Und das quasi kostenlos.
Ein besonders effektiver Weg, diese genannten Ziele zu erreichen, sind sogenannte „Aufreger-Posts“, die darauf ausgelegt sind, Emotionen zu wecken und virale Effekte zu erzeugen. Aufreger-Posts erzeugen dabei primär negative Emotionen wie Wut, Empörung oder Frustration, die übrigens in sozialen Medien mächtiger sind, als positive Emotionen wie Liebe, Dankbarkeit, Stolz.
Diese Art von Posts/Beiträgen nutzen oft kontroverse Themen oder provokative Aussagen, um Diskussionen zu entfachen, Reaktionen wie Likes oder Shares zu erhalten und letztendlich Aufmerksamkeit zu sammeln.
Eine einfache Erklärung dazu:
Ein Aufreger-Post ist ein Beitrag im Internet, wie z.B. soziale Medien oder Blogartikel, der andere Menschen dazu bringt, sich aufzuregen oder stark zu reagieren. Es geht darum, etwas zu sagen oder zu zeigen, dass (hoffentlich) viele Leute ärgert oder empört, damit sie auf den Post/Beitrag reagieren. Solche Beiträge werden primär erstellt, um viel Aufmerksamkeit zu bekommen, weil sie bei Lesern starke Gefühle auslösen.
Eine ausführliche Erklärung dazu:
Aufreger-Posts sind ein gezieltes (!) Mittel, um die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit zu erlangen und die Reichweite und Bekanntheit in sozialen Medien zu steigern. Da diese Art von Beiträgen eine starke Emotion hervorrufen, die von den Nutzern in Folge dessen durch Likes, Kommentare oder Shares ausgedrückt wird, können sie sich schnell viral verbreiten und dadurch eine große Anzahl von Menschen erreichen.
Was sind die Merkmale eines Aufreger-Posts?
Nachdem wir nun wissen, was das Ziel eines Aufreger-Posts ist, stellt sich die Frage wie man diesen letztendlich erkennt und was die typischen Merkmale eines solchen Beitrags sind. Dies lässt sich relativ schnell zusammenfassen:
- Provokation: Der Inhalt ist oft provokant oder kontrovers, um Diskussionen und Streitgespräche zu fördern.
- Emotionsauslösung: Ziel ist es, starke Gefühle wie Ärger, Wut oder Empörung zu wecken. Bestenfalls sogar durch die unterschiedlichen Ansichten und Diskussionen der Menschen, die in den Kommentaren ihre Meinung dazu kundtun.
- Virale Effekte: Durch die starke emotionale Reaktion der Leser wird der Post/Beitrag für das soziale Medium als relevant eingestuft und durch den Algorithmus weiterverbreitet, was schließlich die Reichweite erhöht.
- Reaktionserzeugung: Der Verfasser erwartet, dass die Leser den Post kommentieren, liken oder teilen, um ihre Meinung kundzutun und im besten Fall dem Verfasser zustimmen und sogar folgen.
Warum funktionieren Aufreger-Posts?
Der Mensch ist im Grund einfach gestrickt… eine Meinung von jemanden ist immer sehr gefragt, wenn sie Emotionen auslösen. Dies kann durch positive Emotionen passieren oder durch negative Emotionen. Letztere sind übrigens sehr stark und haben eine langanhaltende Wirkung. Du freust dich beispielsweise nicht so lange über einen Gratis-Kaffee, wie du dich über einen schlechten und geschmacklosen Kaffee ärgern kannst. Zudem werden positive Nachrichten in der Regel 1-2 Menschen mit der gleichen Emotion weitererzählt, während negative Nachrichten hingegen 5-8 Menschen weitererzählt werden.
Aus diesem Grund funktionieren Aufreger-Posts so gut und erzielen in kürzester Zeit eine hohe Reichweite, weil sie die emotionale Beteiligung der Leserinnen und Leser ansprechen. Wir Menschen neigen nun mal häufiger dazu, Inhalte zu teilen und zu kommentieren, wenn sie Wut, Empörung oder Frustration bei uns auslösen.
Für den Verfasser bringt dies mehrere Vorteile mit sich:
- Erhöhte Aufmerksamkeit: Aufreger-Posts ziehen schnell die Aufmerksamkeit auf sich, da sie eine starke Reaktion hervorrufen.
- Reichweitensteigerung: Die hohe Interaktionsrate sorgt dafür, dass der Post auf den Plattformen weiterverbreitet wird.
- Zuwachs an Followern: Nutzer, die ähnliche Ansichten teilen oder die Diskussion interessant finden, folgen oft dem Verfasser, um weitere solche Inhalte zu sehen.
Ein (für mich persönlich, definitiver Aufreger-Post auf LinkedIn), der sich dem Thema Diskriminierung von Frauen auf dem Arbeitsplatz gewidmet hat (ein sehr erfolgsversprechendes Thema, wenn du schnell viel Aufmerksamkeit haben möchtest), hat – so laut der jeweiligen Verfasserin – eine Reichweite von über 257.000 Impressionen und über 138.000 Ansichten in 2 Tagen erreicht. Zusätzlich hat sie 400 direkte Nachrichten und über 530 Vernetzungsanfragen erhalten. Du siehst also, dass die Macht solcher Posts nicht zu unterschätzen ist. Warum die Person das genau aufgeschlüsselt hat, bleibt ein Rätsel aber es zeigt, wie man schnell Sichtweite und sogar Follower erhalten kann. In ihrem Bereich sogar mehr als praktisch, da sie selbstständig ist.
Schritt-für-Schritt-Anleitung: So verfasst du einen Aufreger-Post
Warum das hier steht: Der folgende Abschnitt beschreibt den Bauplan – nicht als Empfehlung, sondern damit du ihn wiedererkennst. Wer einmal gesehen hat, nach welchem Muster solche Beiträge entstehen, fällt schwerer darauf herein. Von der Anwendung rate ich ab; die Gründe dafür stehen gleich darunter.
Du möchtest ebenfalls einen Aufreger-Post in deinem Feed auf LinkedIn oder Facebook erstellen? Nichts leichter als das. Doch sei dir auch dessen Konsequenzen bewusst. Ich rate dringend davon ab, sich diesem Mittel für mehr Aufmerksamkeit und Reichweite zu bedienen. Das Erstellen von Aufreger-Posts ist rechtlich und ethisch riskant und kann schwerwiegende Konsequenzen haben. Wie unter anderem:
- Irreführung und Betrug: Das Veröffentlichen von bewusst irreführenden Informationen kann auch als Täuschung oder Betrug gewertet werden, insbesondere wenn dadurch ein wirtschaftlicher Schaden entsteht.
- Vertrauensverlust: Das Veröffentlichen von falschen oder verzerrten Informationen kann das Vertrauen der Öffentlichkeit in den Verfasser und seine Marke erheblich schädigen. Dies kann langfristig mehr Schaden anrichten als kurzfristig erzielte Aufmerksamkeit.
- Verantwortung im Umgang mit Informationen: Es ist ethisch fragwürdig, bewusst falsche Informationen zu verbreiten, um Emotionen zu manipulieren oder Aufmerksamkeit zu erlangen.
- Image-Schaden: Ein solcher Post könnte kurzfristig Aufmerksamkeit bringen, aber langfristig das Image des Verfassers oder der beteiligten Marke schwer schädigen.
Wenn du dich und dein Unternehmen diesen Risiken nach wie vor aussetzen möchtest, so findest du nachstehend eine Anleitung wie du Aufreger-Posts erstellen kannst. Wenn du diese Anleitung fragwürdig findest, so bitte ich dich zu berücksichtigen, dass dieser Artikel als Aufklärung und Informationsquelle zum Thema „Aufreger-Post“ bzw. „Clickbait-Post“ dienen soll. Je besser Menschen verstehen, wie man so etwas macht, desto leichter ist es später, solche Posts zu entlarven und letztendlich richtig zu reagieren.
Schritt-für-Schritt-Anleitung für deinen Aufreger-Post
- Thema auswählen: Wähle ein Thema, das emotional aufgeladen ist und zu Diskussionen anregen kann. Das Thema sollte polarisiert und Kontroversen auslösen können.
- Den richtigen Aufhänger finden: Nutze ein Ereignis oder eine Situation, die ein echtes Ärgernis darstellt, um deinen Post zu starten. Ein Beispiel könnte eine verspätete Lieferung sein, die bei einem Kunden für Frustration sorgt.
- Emotionen ansprechen: Formuliere den Post so, dass die negativen Emotionen (Wut, Frustration, Empörung) des Lesers angesprochen werden. Dies kann durch provokante Aussagen, gezielte Fragen oder durch die Darstellung einer ungerechten Situation geschehen.
- Glaubwürdigkeit untermauern: Um den Post noch glaubwürdiger zu machen, kannst du „Beweise“ hinzufügen. Hier ist Kreativität gefragt:
- Gefälschte E-Mail erstellen: Verfasse eine gefälschte E-Mail, in der sich ein Kunde über die verspätete Lieferung beschwert. Drucke diese aus, schwärze sensible Daten und poste ein Foto davon.
- Screenshot einbinden: Ein Screenshot einer vermeintlichen Konversation oder einer Nachricht kann ebenfalls die Glaubwürdigkeit erhöhen.
- Sympathiepunkte sammeln: Äußere im gleichen Post eine Gegenmeinung, die Empathie für deine Position ausdrückt. Du könntest zum Beispiel Verständnis für die Wetterbedingungen äußern, die die Lieferung verzögert haben, und betonen, wie unfair es ist, dass der Kunde dies nicht nachvollziehen konnte.
Beispiel für einen Aufreger-Post:
„Heute mal wieder ein trauriges Beispiel, wie unverschämt manche Menschen geworden sind. Ein Kunde beschwert sich bitterlich, dass seine Lieferung ganze 2 Tage zu spät gekommen ist – dabei wurde der Versand wegen schwerer Unwetter verzögert! 😡 Anscheinend ist es zu viel verlangt, Verständnis zu haben, dass wir nicht über die Naturgewalten bestimmen können. #RespektVerloren
(📷 Foto der E-Mail mit unkenntlich gemachten Daten) wie z.B.:“
Tipp: Setze am Ende noch einen Satz, der Verständnis für die Situation ausdrückt, und zeige, dass du trotz der Unverschämtheit versuchst, das Beste daraus zu machen.
Wie erkenne ich Aufreger-Posts?
Aufreger-Posts sind nicht gleich als solche zu erkennen, doch wer die typischen Punkte kennt, der tut sich damit etwas leichter. Hier sind meine einfachen Anhaltspunkte, um solche Posts/Beiträge zu entlarven:
- Provokanter Inhalt: Der Post enthält eine Aussage oder ein Thema, das sofort Emotionen weckt, insbesondere Ärger oder Empörung oder auch Frustration. Es wird meistens etwas angesprochen und gepostet, dass die Meinung spaltet oder kontrovers ist.
- Übertriebene oder dramatische Formulierungen: In Aufreger-Posts wird oft eine dramatische oder übertriebene Sprache verwendet, um die Leser emotional zu erreichen. Wörter wie „unglaublich“, „schockierend“ oder „skandalös“ sind typische Hinweise.
- Hohe Anzahl an Kommentaren: Aufreger-Posts haben sehr oft eine große Anzahl an Kommentaren, die zudem hitzige Diskussionen wiederspiegeln. Die Leute reagieren stark auf den Inhalt, meist mit sehr deutlichen Meinungen.
- Personalisierte Kritik oder Schuldzuweisungen: Der Post richtet sich oft direkt gegen eine Person, eine Gruppe oder eine Institution und gibt ihnen die Schuld für ein Problem, eine Sichtweise oder eine negative Diskussion. Dies fördert die Empörung und die Bereitschaft den Post zu kommentieren und zu teilen.
- Emotionale oder schockierende Bilder/Screenshots: Der Beitrag enthält „als Beweis“ meist Bilder, Screenshots von Nachrichten oder E-Mails die Empörung und Ärger hervorrufen sollen. Diese visuellen Elemente sind darauf ausgelegt, die Glaubwürdigkeit zu erhöhen und eine sofortige Reaktion zu erzeugen.
- Ethische und moralische Positionierung: Der Verfasser eines Aufreger-Posts stellt seine ethischen Prinzipien und Werte in den Vordergrund und hebt hervor, dass diese im Gegensatz zu den Ansichten der Person, der Gruppe oder der Institution stehen. Diese starke Positionierung kann bei Lesern Zustimmung oder Ablehnung auslösen und sorgt weiter für emotionale Reaktionen.
- Deutliche Abgrenzung von unerwünschtem Verhalten: Der Verfasser grenzt sich mit seinen Aussagen klar von dem Verhalten ab, das als diskriminierend empfunden wird. Meist erfolgt eine Erklärung, dass man mit der betroffenen Person, Gruppe oder Institution keinesfalls zusammenarbeiten möchte oder künftig etwas zu tun haben will. Dies schürt weitere Diskussionen und verstärkt die Aufregung.
- Thematisierung gesellschaftlicher Debatten: Oft werden in Aufreger-Posts gesellschaftliche Themen wie Diskriminierung, Elternteilzeit, Einkommen und Verdienst sowie Geschlechterrollen oder auch politische Themen bedient. Diese Themen sind häufig emotional aufgeladen und führen schnell zu intensiven Diskussionen.
- Selbstbewusste Betonung der eigenen Werte: In Aufreger-Posts wird meist besonders hervorgehoben, wie wichtig es ist, dass die eigene Arbeit und das Leben mit den persönlichen Werten im Einklang steht (und stehen soll). Diese Selbstbehauptung kann bei einigen Lesern Bewunderung oder Kritik auslösen, was den Beitrag letztendlich besonders geeignet macht, um starke Reaktionen zu provozieren.
Wie soll ich auf Aufreger-Posts reagieren?
Nachdem du nun weißt, was der Sinn und Zweck von Aufreger-Posts ist, ist es wie erwähnt nur eine Frage der Zeit, bis du auf so einen Beitrag stößt. Dann kann es mitunter leicht passieren, dass du impulsiv reagierst und dich in die eine oder andere hitzige Diskussion verwickeln lässt. Die richtige Reaktion kann den Unterschied machen zwischen einer anders genutzten Zeit (nämlich den Post einfach zu ignorieren), einer konstruktiven Diskussion und einem eskalierenden Streit (was ehrlich gesagt, dass kontraproduktivste für dich und einen Tag ist).
9 Tipps & Tricks: So reagierst du richtig auf Aufreger-Posts
- Ruhe bewahren und nachdenken: Bevor du auf einen Aufreger-Post reagierst, nimm dir einen Moment Zeit, um deine Emotionen zu kontrollieren. Überlege, ob es wirklich notwendig ist, auf den Beitrag zu reagieren, oder ob es besser ist, ihn zu ignorieren. Immerhin gibt es sicher andere Themen, die wichtiger wären, oder nicht?
- Sachlich bleiben: Wenn du dich entscheidest zu antworten, achte darauf, sachlich und respektvoll zu bleiben. Emotionale oder aggressive Reaktionen können die Situation verschärfen und führen oft zu einer Spirale von Negativität.
- Fakten prüfen: Stelle sicher, dass du die Fakten kennst, bevor du auf einen Aufreger-Post reagierst. Viele solcher Posts basieren auf erfundene Tatsachen, Halbwahrheiten oder Missverständnissen. Wenn du über fundiertes Wissen verfügst, kannst du die Diskussion auf eine sachliche Ebene lenken.
- Alternative Perspektiven aufzeigen: Anstatt in die Provokation einzusteigen, kannst du versuchen, eine alternative Sichtweise darzustellen. Dies kann dazu beitragen, die Diskussion zu öffnen und mehr Tiefgang in die Debatte zu bringen.
- Blockieren oder Melden bei beleidigenden Inhalten: Wenn der Post beleidigend, hasserfüllt oder anderweitig unangemessen ist, zögere nicht, ihn zu melden oder den Verfasser zu blockieren. Plattformen bieten oft Funktionen an, um mit solchen Situationen umzugehen und sicherzustellen, dass die Gemeinschaft respektvoll bleibt. Und keine Sorge: Du hast von solchen Verfassern keine anderen Beiträge zu erwarten, als solche die dir Zeit und Nerven kosten.
- Reflektieren, ob deine Antwort nötig ist: Frage dich, ob deine Antwort wirklich zur Diskussion beiträgt oder ob sie nur Öl ins Feuer gießt. Manchmal ist es besser, sich zurückzuhalten und die Diskussion anderen zu überlassen, besonders wenn der Post nur dazu dient, Aufmerksamkeit zu erregen.
- Humor einsetzen (vorsichtig): In manchen Fällen kann eine humorvolle oder ironische Antwort helfen, die Spannung aus der Situation zu nehmen. Sei jedoch vorsichtig, dass dein Humor nicht missverstanden wird und die Situation weiter eskaliert. Wenn Leute verärgert oder wütend sind, kann Humor schnell mißverstanden werden.
- Persönliche Angriffe vermeiden: Auch wenn du dich persönlich angegriffen fühlst, solltest du auf persönliche Angriffe verzichten. Fokussiere dich stattdessen auf das Thema und versuche, eine respektvolle Diskussion zu führen.
- Melde den Post und/oder das Profil: LinkedIn hat eine Meldeform für solche Beiträge (Klassifizierung „Falschmeldung“ oder „Spam“), die dann näher betrachtet werden. Die jeweiligen Zuständigen von LinkedIn kennen sich mittlerweile mit solchen Posts aus und entfernen den Inhalt oder sogar das Profil. Keine Sorge, die Meldung ist immer anonym und trägt zum weiteren Schutz vor solchen Posts und Personen bei.
Mein persönliches Fazit zu Aufreger-Posts
Früher bin ich oft auf Aufreger-Posts hereingefallen. Ich habe mich in endlosen Diskussionen verstrickt, die letztlich keinen Mehrwert brachten, und habe meine Standpunkte verbissen verteidigt, oft ohne die ganze Situation zu überblicken. Dabei habe ich viele Beleidigungen und Missverständnisse erlebt, die mich emotional belastet haben. Doch eines habe ich gelernt: Man kann nichts für die Situation des Verfassers – ob sie nun erfunden, missverstanden oder tatsächlich erlebt ist. Stattdessen sollte man sich fragen: Was bezweckt der Verfasser mit diesem Post, und wie kann ich als Leser konstruktiv darauf reagieren?
Seit dieser Erkenntnis habe ich viele Aufreger-Posts kommen und gehen sehen – und sie gekonnt ignoriert. Dadurch konnte ich mich auf meine Arbeit fokussieren, andere Dinge mit positiver Energie erledigen und den Tag genießen, ohne mich über Themen aufzuregen, die mich persönlich gar nicht betreffen. Natürlich ist vieles auf der Welt nicht im Reinen, doch es ist wichtiger, sich primär um die Dinge zu kümmern, die einen selbst betreffen und die man direkt beeinflussen kann. So erhält man eine klarere Sichtweise und kann Entscheidungen treffen, die wirklich Sinn machen – anstatt einen Aufreger-Post zu unterstützen, an den sich in zwei Monaten niemand mehr erinnern wird.
Dieselbe Mechanik wie beim Betrug
Wer die Betrugsmaschen auf dieser Website kennt, wird etwas wiedererkennen: Dort ist es Angst und ein Zeitdruck, hier ist es Wut und eine Ungerechtigkeit. Der Hebel ist derselbe – eine starke Emotion schaltet das Nachdenken ab. Wer sich aufregt, prüft nicht mehr, ob die Geschichte überhaupt stimmt.
Der Unterschied liegt im Ziel. Beim Betrug geht es um dein Geld oder deine Zugangsdaten, und er ist strafbar. Beim Aufreger-Post geht es um deine Aufmerksamkeit, und er ist erlaubt. Deshalb stehen die beiden Themen auf dieser Website getrennt – aber es lohnt sich, beide zu kennen, weil dieselbe Vorsicht bei beiden hilft: erst der Reiz abklingen lassen, dann entscheiden.
RK
Ronny Kühn
Ich bin selbst oft genug darauf hereingefallen, bevor ich verstanden habe, wie diese Beiträge gebaut sind. Seither lese ich sie anders – und regelmäßig gar nicht mehr zu Ende. Das hat mir mehr Zeit und Nerven gespart als jedes Produktivitätswerkzeug.